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Weltcup Finale Genf 2010 - Sieg des Marcus Ehning

Bereits am Samstagabend war der Sieger der Vierspännerfahrer gekürt worden. Hier entschied der momentan unschlagbare Australier Boyd Exell die Weltcup Konkurrenz für sich. Doch am Sonntagnachmittag wurde es dann richtig spannend.

Und mit dem letztendlich glücklichen Sieger hätte wohl kaum einer gerechnet. Jedenfalls nicht zu dem Zeitpunkt, als der US-Amerikaner McLain Ward noch im Rennen gewesen war. Doch nachdem dessen Stute Sapphire wegen einer Überempfindlichkeit am Bein zum Schutz des Tieres aus dem Wettbewerb genommen wurde - da war plötzlich wieder alles offen. Und auch wenn Ward seinen Gram nicht leugnen konnte. Andere sahen ihre Chance.

Einer hätte sie wohl in jedem Fall noch gehabt: Marcus Ehning. Der Deutsche ist immer für einen Sieg gut und hatte sich nach zwei von drei Runden zunächst an dritter, dann an zweiter Stelle platziert. Lief es zunächst im Zeitspringen mit Stute Küchengirl noch nicht rund, konnte Ehning mit seinem zuverlässigen Hengst Plot Blue aufholen. Die Ausgangsposition war gut, doch Ehing hatte schon vermutet, dass sie nach der ersten Runde am Sonntag wieder dahin sei. Denn hier machte Plot Blue einen Fehler. Ehning fiel leicht zurück. Nur vielleicht hatte ihn gerade das noch einmal auf Angriff reiten lassen. Vielleicht ließ ihn das diesen unbedingten Willen zum Sieg entwickeln.

Wirklich herausragend war letztendlich keiner der Teilnehmer. Mit 6 Punkten wäre man im vergangenen Jahr nicht einmal unter die Top Drei gekommen. Doch das Genfer Weltcup Finale und der schwere Parcours von Rolf Lüdi hatten andere Reize. Keiner stand als Sieger fest, viele konnten noch gewinnen vor dem alles entscheidenden Umlauf.

In den vergangenen Jahren war es immer der letzte Reiter gewesen, welcher auch den Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Nun war es anders. Der bis dahin führende US-Amerikaner Mario Deslauriers zeigte Nerven und fiel weit zurück. 13 Punkte zeigte sein Konto auf einmal. Und auch wenn Ehning sagte, dass es ihm für den Reiter leid tat, seine Freude war doch unbeschreiblich. Mit diesem Weltcup Sieg hätte er niemals gerechnet. Und man glaubt ihm das aufs Wort. Zum dritten Mal konnte er sich nach seinen Siegen 2003 mit Anka und 2006 mit Sandro Boy nun freuen - und zu Meredith Michaels-Beerbaum und Rodrigo Pessoa aufschließen.

Und nicht nur Ehning hatte Grund zur Freude. Unglaublich stolz auf seine Goldfever Tochter Gotha war auch Ludger Beerbaum. Er scheint sein WM Pferd in der neunjährigen Stute tatsächlich gefunden zu haben. Zusammen mit dem Weltranglisten-Ersten Pius Schwizer aus der Schweiz bedeuteten zwei fehlerfreie Runden am Sonntag Rang Zwei. Vierte wurde die beste Amazone im Feld Luciana Diniz mit Winningmood, die ebenfalls eine beeindruckende Leistung zeigte. Doch die unbändige Freude lag ganz auf der Seite von Marcus Ehning.

Alexandra Koch